Die Geschichte der Sojabohne

Vor fast 5000 Jahren wurde die Sojabohne erstmals von einem chinesichen Kaiser zu den fünf wichtigsten (Getreide-)Pflanzen gezählt. Neben Reis, Weizen, Gerste und Hirse gewann auch die Hülsenfrucht Soja an Bedeutung und wurde als lebensnotwendig angesehen. Da im Mittelalter in Japan schwere Hungersnöte wüteten, brachten japanische Mönche die Sojabohne von China nach Japan. Das „Fleisch der Felder“ konnte viele Hunger stillen und es dauerte nicht lange, bis die Japaner auch viele weitere Zubereitungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten fanden. Die Sojabohne verbreitete sich bis zur Neuzeit nur in China, Korea, Japan und der damaligen Mandschurei (einer historischen Landschaft, die in Teilen der heutigen Volksrepublik China, Russlands und der Mongolei liegt).

Nach Europa kam die Sojabohne erst im 18. Jahrhundert mit dem deutschen Botaniker Engelbert Kämpfer, der sie von einer Reise aus Japan mit nach Hause nahm. Erste Anbauversuche fanden unter anderem im Botanischen Garten in Paris statt.

Um die Wende zum 19. Jahrhundert fand die Sojabohne ihren Weg nach Nordamerika. Dort wurde man erst mit der Einführung der Margarine auf sie aufmerksam. Den Boom erlebt die Sojabohne in Nordamerika dann in den 1930er Jahren. Als unerschöpfliche Ressource gewann sie nicht nur als Nahrungsmittel sondern auch als Rohstoff in der Industrie an Bedeutung.

Und wie wir aus dem Beitrag Das Soja und der Regenwald wissen, wird die Sojabohne bis heute angebaut und dient vor allem den Nutztieren als Futtermittel. Nur ein geringer Teil wird von uns Menschen direkt verzehrt (und zwar in Form von Sojasauce, Tofu, Tempeh, Sojadrink, Sojajoghurt, Fleischersatzprodukte etc.) Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, dann haben wir den Beitrag HIER für euch.

Sollte euch außerdem interessieren, was es mit gentechnisch verändertem Soja auf sich hat, dann haben wir HIER noch einen weiteren Beitrag.

Quellen

Münzing-Ruef, I. (2000): Kursbuch gesunde Ernährung. Die Küche als Apotheke der Natur. München: Wilhelm Heyne Verlag, S. 399-400

https://de.wikipedia.org/wiki/Mandschurei